00:00:01: In unserem Podcast diskutieren ETH-Alumni Entwicklungsziele und aktuelle Herausforderungen in der internationalen Zusammenarbeit.
00:00:19: Wir fragen nach, wie sie sich für das Ende von extremer Armut die Gleichstellung der Geschlechter oder nachhaltigen Konsum engagieren?
00:00:27: Ein Podcast des Nadel Center for Development and Cooperation.
00:00:33: Ich bin Fritz Brucker.
00:00:35: Willkommen zur zwanzigsten Folge von «Einz Neunzig» pro Tag!
00:00:44: Heute begrüße ich Arabella Filipona.
00:00:47: Bei meinem Gast gibt es ein Thema, das sich wie ein roter Faden durchs Studium und das berufliche Engagement zieht Das Interesse an Klimafragen.
00:00:57: Die studierte Ökonomien hat schon als Hochschulpraktikantin in der eidgenössischen Finanzverwaltung einen Bericht zu anreizen in der Klimapolitik gearbeitet ist Alabela Filipona seit bald drei Jahren beim HECS als thematische Beraterin für die Länderprogramme zu fragen des Klimawandels, der Umwelt und Resilienz tätigen.
00:01:18: Bei einem so breiten Themenfeld wie dem Klimawandel gibt es viel zu besprechen – wir klären, wie Klima-und Armut zusammenhängen!
00:01:25: Wir gehen der Frage nach ob die Klimafinanzierung endlich vom Fleck kommt?
00:01:30: Und wir versuchen zu verstehen, ob das richtig ist, dass Länder die kaum etwas zur Klimaerwärmung beigetragen haben, ihre fossilen Rohstoffe im Boden lassen sollen anstatt damit ihre Entwicklung zu fördern.
00:01:43: Und schließlich fragen wir, was die wachsende Zahl von Klimaklagen gegen Staaten und gegen Firmen für die Zukunft der Klimapolitik bedeuten?
00:01:52: Arabella!
00:01:53: Herzlich willkommen!
00:01:54: Danke, dass du wieder Zeit nimmst.
00:01:56: Vielen herzlichen Dank für die Einladung.
00:01:58: Arabeller, Klimafragen sind dir
00:02:00: wichtig?!
00:02:01: Ich habe mich gefragt... Warum hat Arabella den Volkswirtschaft studiert und nicht Klimawissenschaften?
00:02:09: Ja, das ist eine gute Frage.
00:02:12: Es waren allen Unibesuchstagen die es gab und ich habe da vor allem auch Umweltstudien angeschaut.
00:02:18: Und vielleicht war es auch etwas der Umstand dass mein Vater der Klimafysiker ist und ich das Gefühl hatte ja ich möchte jetzt nicht genau das Gleiche machen Und irgendwie war für mich klar, dass es vielleicht ökonomische Fragen die Antworten bringen können.
00:02:37: Schauen wir uns deine Bachelorarbeit an, die du vor weit mehr als zehn Jahren geschrieben hast zur Idee das bei Gütern eine CO-Zwei Anpassung vorgenommen wird wenn sie grenzüberschreitend gehandelt werden Ein Mechanismus der heute in der EU angewandert wird.
00:02:55: Zuerst was ist diese grenz überscheitende CO?
00:02:59: Zwei Anpassung, genau.
00:03:02: Bei CO² Grenzausgleichsabgaben geht es darum den CO²-Fussabdruck des Gutes zu bepreisen.
00:03:12: beim Import des Gute in einen bestimmten Raum also hier den EU-Raum.
00:03:18: Also man nimmt den Preis des Gtes und zusätzlich darauf kommt dann eine Art CO² Abgabe wie dem Fußabdruck des importierten Guts entspricht.
00:03:28: Die Idee dahinter ist, dass die Produktion des Gutes mit einem niedrigen CO²-Abdruck teuer ist und damit quasi eine verschmutzene Produktion nicht beurteilt wird?
00:03:40: Ja genau!
00:03:41: Verschmutzende Industrien oder Güter haben dann einen höheren Preis und sollten somit weniger nachgefragt werden.
00:03:49: also ich mich seit Jahrzehntzwölf damit auseinandersetzte war es eine Theorie.
00:03:56: Ich glaube, ich habe immer gedacht man findet eigentlich keinen politischen Konsens dafür.
00:04:02: jetzt im Bereich von diesem EU oder Carbon Border Adjustment Packt sind das sehr intensive Emissionsintensive Güter die gepreist werden Eisen, Aluminium, Zement, Stromimporte Aber auch Düngemittel.
00:04:22: Da sehe ich jetzt da keine großen Bedenken in Bezug auf Protektionismus, wenn es aber dafür verwendet wird einfach nur um die einheimische Produktion zu schützen ist das sehe ich wieder etwas aus einer anderen Perspektive.
00:04:40: und was man sich natürlich fragen kann immer wiederum ja ist die EU ein genügend grosser Markt?
00:04:48: wohin gehen dann?
00:04:51: zum Teil gibt es dann auch einfach eine Verschiebung der Güter.
00:04:56: Ich habe vor allem die Fleischimporte Brasilien, Europa oder Schweiz anschauen wollen.
00:05:03: und wenn da die Schweizer oder Europa unirateral einen sogenannten Border-Carbon Tax erhöhen oder erheben, dann wäre dann die Wahrscheinlichkeit groß dass einfach die Handelsströme umleiten vielleicht nach nach China oder Indien.
00:05:20: Es heute in deiner Arbeit bei Hex und auch bei Caritas früher, da setzt du dich ja für Ländern globalen Süden ein.
00:05:29: wenn du diesen Hut aufsetzt wie beurteilst du diese Maßnahme aus Sicht der Länder des Globalen Südens?
00:05:36: Also ich glaube grundsätzlich wenn wir von Klimagerechtigkeit sprechen geht es ja in erster Linie darum dass wir im das der globale Norden den größten Teil der Verschmutzung der historischen Emissionen trägt, dass wir die Verantwortung haben, die Emission zu reduzieren und auch die Finanzierung für Remissionsreduktion und Anpassungen zu übernehmen.
00:06:01: Das ist so einer der Hauptgrundsätze von Klimagerechtigkeit und ich denke, wir müssen zuerst bei uns selbst aufräumen in unserer Wirtschaft und dort die Prioritäten setzen.
00:06:14: Die gesamte afrikanische Kontinent hat nur etwa drei Prozent der globalen Emotion verursacht.
00:06:20: Sie sind aber stark betroffen von den Folgen der Erwärmung und die Anpassungsmechanismen oder Maßnahmen, die kosten natürlich unendlich viel Geld.
00:06:30: Vor zwei Jahren wurde ein Fonds eingerichtet um Verlust und Schaden durch Klimaerwärmlungen in globalen Süden zu ersetzen.
00:06:40: Welche Erwartungen hast du an diesem Fonds?
00:06:42: Also ich habe grundsätzlich eine hohe Erwartung und es ist ein erster Meilenstein, das davon zustande kam an den Klimaverhandlungen.
00:06:51: Allerdings wenn man jetzt die Beträge sieht, die zusammengekommen sind, sind das kleine Beträge.
00:06:58: Und wir sehen das auch im Beispiel der Schweiz wo der Bundesrat bisher entschieden hat dass keine Gelder in diesen Lossendamagefonds bezahlt werden.
00:07:11: Im globalen Süden sprechen wir etwa schon von zwei Hundert bis dreihundfünfzig Milliarden Dollar, um sich an die Klimafolgen anzupassen.
00:07:21: Die verfügbaren Mittel sind viel zu gering.
00:07:24: in den Anpassungen flossen etwa in den letzten Jahren ja also um die fünfundzwanzig achtundsanzig Milliarden.
00:07:33: wenn wir das denn dem Anpassungsfinanzierungsbedarf gegenüberstellen sind wir da etwa so fünf bis zehn Prozent.
00:07:42: Und die ganzen Schäden sind jetzt gar nicht einmal noch berücksichtigt, also es sind ja auch nochmal unzählige Milliarden.
00:07:51: Also wir haben eine riesige Finanzierungslücke und man hat sich bei der letzten COP eigentlich dazu verpflichtet, jährlich dreihundert Milliarden an Klimafinunzierungsgelden zur Verfügung zu stellen.
00:08:06: Dann wäre hätte mir ungefähr so einen gerechten Beitrag geleistet aus Schweiz.
00:08:12: Das sind wir aber momentan weiter davon entfernt.
00:08:15: Schauen wir uns an was dann diese Anpassungsmaßnahmen genau beinhaltet?
00:08:20: Wo sind da die großen Maßnahmen?
00:08:24: Ja gerne!
00:08:25: Grundsätzlich ziehen Klimawandel-Anpassungsprojekte darauf ab, die ökologischen Systeme aber auch dann die sozialen Systeme resilienter gegenüber dem Klimawandel zu machen.
00:08:41: Was man bei Anpassungsprojekten zu Beginn macht ist eine Risikoanalyse für verschiedene Naturgefahren, seien das Dürren oder Überflutungen basierend auf dieser Risikoanalyse werden dann gemeinsam Anpassungspläne definiert.
00:09:00: Das kann sein, dass es verstärkte Maßnahmen im Bereich von Frühwarnsystemen braucht.
00:09:08: Oftmals sind das Komponenten in dem Bereich z.B.
00:09:12: der klimaresilienten Landwirtschaft wie das Klimaresiliente Saatgut verwendet wird oder das agroekologische ... Agrarfonds-Massnahmen gefördert werden.
00:09:27: Schaut man auf Ebene eines Wassereinzugsgebiet, welche Landnutzungsänderungen Sinn machen?
00:09:34: Weil vielleicht im oberen Teil des Wassereinsuchsgebiets eine starke Abholzung stattfindet oder eine starke Übergrasung dazu... Bodenerosion führt, die dann wiederum den oberfläschigen Wasserabfluss begünstigt und so dadurch das Flutrisiko in den unteren Teilen des Wassereinzugsgebiet erhöht.
00:09:58: Das geht natürlich auch noch um die Finanzen, dass es da vielleicht gemeinschaftliche Sparmaßnahmen gibt oder Versicherungslösungen.
00:10:08: dass man schaut, dass die Infrastruktur, dass das die Häuser so gebaut werden, dass sie klimaresilient sind.
00:10:13: Grundsätzlich würde ich sagen, ja besteht immer die große Debatte zwischen ökosystembasierten Anpassungen und sagen wir mal mehr den infrastruktur basierten An passungen.
00:10:28: wenn wir von Ökosistembasierter Anpassung sprechen geht es zum Beispiel um um Aufforstungsmassnahmen oder die bei einer Hanger-Erosion besteht, dass man dort verschiedene vegetative Stabilisationsmaßnahmen integriert.
00:10:49: Und graue Anpassungsmaßnahme sind dann mehr Schutzdämme gebaut werden und meiner Meinung nach Behörden im globalen Süden haben gerne die grossen Dämme Weil das ist wie auch eine Art Prestigeprojekt.
00:11:09: Da kann man etwas zeigen, ja wir haben jetzt das gemacht für die Bevölkerung und sie brauchen es auch.
00:11:15: Die haben auch ihre Berechtigung.
00:11:17: Wir sehen aber einfach dass oft die grünen Maßnahmen diese Ökosystemen basierten Maßnahmen ich will jetzt nicht irgendwie die Wichtigkeit gegenüberstellen Aber dass die Priorität haben müssen um die Vulnerabilität zu reduzieren, um die Flutrisen beispielsweise zu reduziert und auch kosteneffizient sind.
00:11:44: Du hast gesagt, dass die lokalen Behörden eine so die Infrastrukturmaßnahmen, wo betoniert wird, einen Damm gebaut hat oder das Sichtbare halt häufig bevorzugen.
00:11:53: Das ist ja in der Regel auch teurer, wird es auch einfacher finanziert mit Krediten, also für systembasierte, ökosystembasierte Lösungen einfacher Geld zu erhalten?
00:12:05: Ja gute Frage.
00:12:06: Ich habe jetzt die Zahlen genau vorhanden was ich sehe im globalen Süden zum Beispiel in Bangladesch.
00:12:15: In Bangladesches ist eines der Länder das einen eigenen nationalen Klimafonds hat und ich denke dass es eine sehr positive Entwicklung.
00:12:24: der Nachteil jedoch an diesem nationalen Klima vor ist, wo diese Klimafinanzierungsgelder genau hingehen.
00:12:31: und da sieht man die gehen v. a. in Infrastrukturmaßnahmen, in große Strukturmaßnahme-Bewässerungsinfrastruktur Und oftmals sind das Bewerberwässerungsinfastruktur für grosse Landbesitzer und nicht die kleinen Produzentinnen.
00:12:53: Das ist natürlich dann schon sehr problematisch.
00:12:56: Zu
00:12:56: unserer Frage der Auswahl, was finanziert wird und was nicht?
00:13:00: Wie findet das statt in einem Land Bangladesch?
00:13:03: Was ist es für ein Prozess?
00:13:05: Also ich glaube das Beispiel Bangladescht zeigt es ziemlich gut dass diese nationalen Klima vor Gelder stark mit den politischen Interessen verbunden sind.
00:13:20: Die Verteilung eben dann die politische Elite in einem Land, die darüber entscheidet, wo die Gelder hingehen.
00:13:29: Da setzen wir uns auch stark dafür ein, dass diese Prozesse demokratischer werden und dass die Gemeinden am stärksten betroffen sind vom Klimawandel am Tisch sitzen und auch mitentscheiden können.
00:13:57: Ein paar kurze Fragen mit der Bitte um kurze Antworten.
00:14:00: Erinnerst du dich, wann dir zum ersten Mal der Klimawandel Sorgen gemacht hat?
00:14:05: Als ich siebzehn war und eine Studie las aus den USA die den extrem hohen Fußabbrück vom Fleischkonsum illustrierte.
00:14:17: Was hat das bei dir bewirkt?
00:14:18: Also ich wurde dann Vegetarier.
00:14:21: Denkst du dass Geo-Engineering unvermeidbar sein wird?
00:14:27: Ich glaube wir riskieren so... die Problematik noch zu verschärfen, sehe ich es eher als risikoerhöhend als riskommindernd.
00:14:38: Denkst du, dass wir Netto-Null-Emissionen erreichen würden?
00:14:43: Ich hoffe stark!
00:14:48: Aber wenn ich mir die Pläne dazu anschaue, sehe das nicht realistisch weil so stark auch auf die Aufforderung gezählt wird und wenn wirklich überhaupt nicht sicher, dass dann eine nachhaltige Aufwurstung auf so riesigen Flächen möglich ist.
00:15:07: Fällt es dir leicht, Nein zu sagen?
00:15:10: Oh, das fällt mir sehr schwer!
00:15:11: Tagebuch schreiben oder drauf losleben?
00:15:14: Uff... am Tag darauf los leben und am Abend Tagebuch schreiben.
00:15:18: Planen oder sich überraschen lassen?
00:15:20: Ich glaube meine Arbeit funktioniert nur mit sich.
00:15:23: Überraschenlassen habe ich immer einen Backup-Plan zu haben.
00:15:28: Aufschieben oder sofort erledigen?
00:15:30: Man
00:15:32: sollte mehr sofort erlädigen.
00:15:39: Du bereitzender Programme bei Klima-Fragen, was machst du ganz genau?
00:15:44: Was ist deine Rolle in diesen Programmen, sei es in Äthiopien und Bangladesch?
00:15:48: Wenn ich von neunzig Prozent der Zeit im Büro bin in Zürich, dann geht es darum eine strategische Diskussion zwischen Head Office in Zürich oder in der Schweiz und den Büros in den Landesprogrammen zu unterstützen, einerseits in dem und dann auch im Wissenstransfer zwischen den Landesprogrammen diesen Wissenwissenstransfer zu facilitieren.
00:16:16: Seien das Webinare, sind das ja Allgemeinen Online-Lernveranstaltungen aber auch durch Dokumentation von unseren Ansätzen Und dann natürlich auch das Projekt Besuchen.
00:16:33: Wir haben beim HECS eine Flugpolizei, also die Ziel ist es, dass ich als Beraterin nur einmal im Jahr irgendwo hinfliegen und vielleicht etwas länger zu bleiben, wenn das möglich ist.
00:16:47: Dann reise ich in den Projekten und besuche.
00:16:51: Ich versuche die Partner, die die Projektteilnehmerinnen und versuchen mir einen Überblick zu verschaffen über soziale und das Ökosystem.
00:17:02: Und ich glaube, was man mitbringen kann ist diese Perspektive von außen.
00:17:07: Vielleicht ein Beispiel aus Bangladesch, als dort eine Riesenproblematik ist die Wassernutzung von großen Landbesitzern.
00:17:19: Das führt dann dazu, dass kaum Wasserzufügung steht für die marginalisierten Bevölkerungsschichten.
00:17:24: Oftmals können wir zu den Sachen zu vereinfachen.
00:17:29: Da ist der Klimawandel und jetzt haben wir eine Wasseproblematik.
00:17:33: Weil der Grundwasserspiegel sinkt, sinkt und sinkt.
00:17:36: Und hier dann zu sagen... Wir können einfach nicht alles auf den Klimawandeln schieben sondern müssen die Landnutzung als Ganzes anschauen und sehen.
00:17:44: Diese Reisproduktion dreimal wird ein Jahr Reis angepflanzt das ist nicht nachhaltig.
00:17:52: Und ja, es sind nicht unsere Projekteilnehmer die dreimal im Jahr Reisen pflanzen.
00:17:57: Sondern das sind die grossen Landbesitzer.
00:18:00: und da dann die Sache komplexer zu machen als sie vielleicht anfangs war.
00:18:04: Ich möchte noch ein anderes Thema ansprechen eine umstrittene Frage und es geht hier um die Ausbeutung von Erdöl und vom Gas vor allem in Afrika.
00:18:17: Europa möchte die Förderung von neuer Vorkommen unterbinden um die Emissionen zu reduzieren.
00:18:24: Das wird aber von afrikanischen Politikern als heuchlerisch zurückgewiesen, weil sie diese Ressourcen nutzen möchten, um die eigene Entwicklung voranzubringen – eines als Gelderinnahmen, der aber auch Zugang zur Energie.
00:18:37: Wie sollte man dieser Debatte begegnen?
00:18:39: Ich würde sagen was haben wir für einen Fußabdruck im Norden und was haben weh für einen Fussabdrucks in Süden?
00:18:45: Wenn wir das einst Komma fünf Grad irgendwie oder irgendwie die Kurven noch bekommen wollen dann dürfen wir pro Kopf-Global etwa zwei Komma vier Tonnen CO² jährlich ausstoßen.
00:18:57: In der Schweiz sind wir ein paar vierzehnt Tonnen und in vielen Ländern im globalen Süden sind wir vielleicht bei zwei Tonnen.
00:19:06: Und die ganzen historischen Emissionen, für welche wir im Norden seit der Installisierung verantwortlich sind.
00:19:15: Wir tragen diese Last mit uns und wir tun nicht viel um dem globalen Süden entgegenzukommen.
00:19:23: Und klar, natürlich müssen wir alles tun, um die absolute Decarbonisierung voranzutreiben und aber was wir momentan tun ist wirklich sehr heutzelisch.
00:19:34: Ich weiss möchte ihre Klimaziele zu einem grossen Teil nicht im Inland erreichen sondern im Ausland.
00:19:41: Sie schliessen dazu bilaterale Abkommen mit Ländern finanziert zum Beispiel Elektrobusse in Thailand oder effiziente Holzkohleöfen im Ghana.
00:19:52: Wie beurteilst du diesen Ansatz und diese Projekte?
00:19:55: Also ich sehe diese Kohlenstoffmärkte sehr kritisch.
00:19:58: Eine ETA-Studie hat kürzlich geschrieben, dass nur rund um die Sechzehn Prozent dieser Zertifikate wirklich eine Emissionsreduktion zufolge hatte und problematische Sintitivenpreise für diese Zertifikaten.
00:20:13: Diesen Preisen werden überhaupt nicht die sozialen Kosten von CO² abgedeckt.
00:20:19: Man schätzt die soziale Kosten von Co² und einer Tonne CO² dabei, es gibt verschiedene Berechnungen.
00:20:25: Die Berechnung gehen wegen von zwei Hundert Schweizer Franken bis siebenhundertausend Schweizer Franken.
00:20:30: Und das steht zu einem sehr starken Kontrast zu den zehn, zwanzig Franken, die die Schweiz bezahlt für eine Tonne Co², die dann im Ausland reduziert wird oder eben kaum reduziert.
00:20:45: Da machen wir es uns viel zu einfach.
00:20:48: Wenn wir bei fossilen Energieträgern bleiben in der Schweiz, ich glaube mir müssen sie auch einfach klar werden wenn wir CO² ausstoßen das bleibt bis zu tausend Jahre in der Atmosphäre.
00:21:03: Ja, wenn wir unsere Frantone dumm nicht wahrnehmen sondern in diese billigen Kunststoffmärkte investieren wollen als Ausweg und uns so freikaufen können, dann nehmen wir wirklich unsere Verantwortung nicht wahr.
00:21:17: Und ich finde das eine sehr bedenkliche Entwicklung und der Bundesrat scheint gewillt diesen Weg weiter zu verfolgen und preisig Prozent im Ausland zu kompensieren unserer Emissionen.
00:21:30: Es ist schon einmal gut dass die Schweiz sagt Waldschutz oder Aufforstungsprojekte sind ausgenommen ist wirklich so ein Minimumkriterium.
00:21:37: Wir sehen einfach, dass der Gemeinden im globalen Süden den Zugang zu Land verwert wird aufgrund von diesen Projekten.
00:21:46: Wie zuversichtlich bist du das Kohlenstoffmärkte in dem Privatsektorbereich bei Firmen eine Wirkung haben?
00:21:53: Beim freiwilligen Kohlenstoffmarkt kann man vielleicht sagen... In Anbetracht der Tatsache, dass wir eine riesige Finanzierungslücke haben ist diese freiwillige Kunststoffmarkt allenfalls eine Möglichkeit Gelder zu mobilisieren.
00:22:09: Aber für was?
00:22:11: Man hat überall diesen Schnupflöschler.
00:22:13: also die Effektivität kann nicht garantiert werden von diesen Krediten.
00:22:18: vielleicht wäre es einfach effizienter zu sagen ja und die Unternehmen habe eine Verantwortung für Verluste und Schäden im globalen Süden zu bezahlen Und ein Teil dieser Gelder geht dann in Klimaschutz, Klimaanpassungsprojekte.
00:22:34: Aber es ist natürlich auch – ich sehe schon den Nutzen für ein Unternehmen das sagen kann ja, ich habe sonst so viel Geld investiert und damit eine quantifizierbare Wirkung erreicht.
00:22:48: Ich sehe da den Anreiz und doch bin ich sehr kritisch ob das wirklich ein effizienter Einsatz von den Mitteln ist, damit wir jetzt einfach keine Illusion haben Permanenz der Emissionsreduktion ist nicht gegeben durch diese Landnutzungsprojekte.
00:23:03: Genau,
00:23:04: das heißt auch eine CO²-Steuer wäre hätte viel tieferen Transaktionskosten als ein Zertifikation, einen Markt mit Zertifikaten?
00:23:12: Absolut genau und ich ist transparenter meiner Meinung nach.
00:23:19: und natürlich muss dann das CO² auch einen bestimmten Preis haben und das ist momentan ja auch ein Problem dieser Grundstoffmärkte.
00:23:27: also da Bei Landnutzungs- oder Zertifikaten im Bereich der Landnitzungsänderungen sind wir wirklich bei fünf bis zehn Franken pro Ton CO².
00:23:36: Das ist einfach lächerlich tief, entspricht nicht den sozialen Kosten vom Ausstoß und des CO²-Ausstoßes.
00:23:44: Wir brauchen effektive CO² Steuern, die auch lenken – dafür braucht es einen gewissen Preis!
00:23:50: In den letzten Jahren gab es weltweite Welle von Klima-Klagen gegen Staaten aber auch gegen Unternehmen.
00:23:58: Was sagt uns diese Entwicklung über den Stellenwert des Rechts im Kampf gegen den Klimawandel?
00:24:04: Eigentlich wünschen wir uns alle, glaube ich, dass das nicht nötig wäre.
00:24:11: Dass wir mit einem basisdemokratischen System einen für alle verträglichen Klimaschutz füllen könnten – nur die politischen Mehrheiten.
00:24:25: Lassen Sie sich nicht finden, ein letzter Ausweg um die Problematik anzugehen.
00:24:31: Seit ungefähr drei Jahren unterstützen wir indonesische Inselbewohnerinnen in einer Klimaklage gegen Holzim und das ist die erste zivilgesellschaftliche Klima-Klage in der Schweiz wo zwei Akteure involviert sind für Inselbewohnerinnen die Holz im Anklagen zu wenig für Emissionsreduktion zu tun und Gelderforderung für die erlebten Schäden auf jeder Insel Paris.
00:25:07: Und durch den Anstieg des Meeresspiegels werden die Sturmfluten immer schlimmer schädend für die Bevölkerung, die heiss nicht verflutet.
00:25:17: Durch die höheren Wassentemperaturen nehmen Die Erträge durch die Fischerei gehen stark zurück.
00:25:25: Warum gerade Holzim?
00:25:26: und wie wurden diese Forderungen berechnet?
00:25:29: Holziem ist verantwortlich für ... ... der globalen historischen Emissionen.
00:25:39: Und deshalb verlangen die Klägerinnen, die verlangen ... total erfahrenen Schäden, Verluste und Schäde.
00:25:52: Also es ist eigentlich nur der Prozentanteil für den Holz-Sim verantwortlich ist, für welchen die Klägerinnen eine Kompensation verlangen.
00:26:02: Wie
00:26:02: zuversichtlich bist du immer zu auf die Klage im Holz?
00:26:06: Ich bin zuversichtig in dem Sinne weil wenn man Asmania der Kläggerin von der Insel Palau Pari zuhört, dann die absolute Authentizität und Betroffenheit der Inselbewohner mitbekommt.
00:26:25: Und versteht, dass es ihnen wirklich darum geht ihre Lebensgrundlagen irgendwie zu schützen?
00:26:34: Dass es wirklich um ihre Existenz... Wenn sich da schon etwas ändern konnte in Bewusstsein der Leute Ja!
00:26:44: Es geht um Existenzen die bedroht sind.
00:26:47: Es geht nicht darum, einfach nur Aufmerksamkeit zu heischen.
00:27:03: Arabella du bist Beraterin Ragen des Klimawandels.
00:27:07: Wie wird es sich in den nächsten fünf Jahren verändern?
00:27:09: Es braucht immer mehr wirklich auch das regionale kontextionelle Wissen und vor allem auch die Netzwerke.
00:27:19: Idealerweise haben wir dann mehr noch regionale Beraterinnen.
00:27:25: Du hast dich vor zehn Jahren für den MIS am Nadel beworben.
00:27:30: Zwischenzeit hat sich sehr viel verändert und mit dem Ausblick auf ein Sektor, denn die Arbeit in diesen Regionen geht insgesamt das Geld weniger wird.
00:27:40: Würdest du dich heute nochmals für einen MIS bewerben?
00:27:43: Ja, auf jeden Fall!
00:27:44: Es war ja noch nie einfach so den Eintritt in die internationale Zusammenarbeit zu finden.
00:27:50: Ich glaube trotzdem... würde ich die Ausbildung machen, weil es einen Horizont so stark erweitert.
00:27:59: Und eine sehr gute Lebensschule in diesem Sinne ist glaube ich für was man dann auch immer nachfolgend beruflich weiter verfolgt.
00:28:09: Ich glaube das ist das Nadel der Ausbildung oder der MIS.
00:28:15: eine wirklich sehr gute Schulung und ich glaube diese Dieses Eindhauchen in einem Kontext im globalen Süden für mehrere Monate, das war extrem bereichernd.
00:28:26: jetzt für mich persönlich.
00:28:28: Und ich hoffe sehr, dass das bleibt bestehen!
00:28:32: Aber ich denke auf jeden Fall da wird es Stellen geben und vielleicht ja weniger die Klimamanagers, Projektmanager-Managerinnen stellen.
00:28:45: Globalen Südendorf ist das... dass die auch nationale, regionale Personen diese Stellen immer stärker wahrnehmen können.
00:28:54: Danke
00:28:54: für das Gespräch,
00:28:55: Arabella!
00:28:56: Vielen herzlichen Dank.
00:29:00: Das war einst neunzig pro Tag.
00:29:02: heute Zugast Arabela Filipona als Ökonomin engagiert sie sich seit dem Studium für Klimapolitik.
00:29:09: Links zu meinem Gast und dazu, wie die am stärksten betroffenen Länder den Herausforderungen des Klimawandels begegnen können finden Sie in den Show Notes dieser Episode.
00:29:19: Und auf unserer Website nadel.ethz.ch.
00:29:23: slash podcast.
00:29:24: Schön waren sie dabei!
00:29:26: Bis bald auf dem gleichen Kanal.